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Brandenburger Weine erfreulich gut

Auf einer gemeinsamen Jungweinprobe haben zehn Brandenburger Winzer am 10. Mai in Schlieben ihre frisch gefüllten Weine des Jahrgangs 2012 vorgestellt. Insgesamt standen 32 Weine zur Verkostung, darunter 19 Weißweine, sechs aus der Kategorie Rosé sowie sieben Rotweine. Sie hatten durchgängig ein ebenso erstaunlich wie erfreulich solides, oftmals sogar gutes Niveau.
Die besten Eindrücke hinterließen die Weine vom Schliebener Langer Berg sowie vom Werderaner Wachtelberg, angestellt vom Weinbauverein Schlieben und vom Weinbau Dr. Lindicke. Dies durfte auch erwartet werden, verfügen beide Betriebe doch bereits über eine mehr als 20jährige Weinbauerfahrung. Die Überraschung des Abends kam dagegen von Rico Leonhardt aus Bad Liebenwerder, der einen sehr guten Bronner noch als Fassprobe vorstellte. Bronner ist eine äußerst selten angebaute pilzwiderstandfähige Rebsorte, die etwas an Weißburgunder erinnert. Der Wein wurde mit einem für Brandenburger Verhältnisse sagenhaften Zuckergehalt von 95 Oechsle geerntet, was gesetzlich schon Auslesequalität entspricht.
Außerdem legten der trockene Rotling von Gunter Schurig (Lausitz) und der Acolon vom Gubener Weinbau e.V. Ehre für den Brandenburger Weinbau ein. Vielversprechend sind die ersten Ergebnisse vom Wolkenberg, einem auf Rekultivierungsflächen im ehemaligen Braunkohlentagebau neu angelegtem Weinberg. Sowohl die Weiß- als auch die Rotweine lassen das Potenzial der dortigen Flächen erahnen. Weitere ansprechende Weine kamen von Jens und Katja Poel (Phöben), Jürgen Rietze (Luckau), den Neuzeller Klosterwinzern sowie von Marbachs Wolfshügel aus Jerischke.
In Brandenburg wird heute insgesamt wieder von zwanzig oft Klein- und Kleinstwinzern auf dreißig Hektar Wein angebaut.
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